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Mount Everest Tag zu Ehren seiner Erstbesteigung

Drei Nepal-Organisationen luden zu einer Infoveranstaltung ins Bonner MIGRApolis – Haus der Vielfalt ein und berichteten von der aktuellen Situation der Nepalesen.

Mount Everest, ein Berg der die unterschiedlichsten Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte bei den Abenteurern und Abenteurerinnen hervorruft. Ihn zu erklettern ist der große Wunsch vieler Menschen auf der ganzen Welt, ist er doch der höchster Berg der Erde. In Nepal gelegen, mit einer Grenze zu Tibet, zieht er seit gut 150 Jahren die Menschen magisch an. Ihn zu ersteigen ist ein Wagnis, eine Herausforderung, die einen an die eigenen Grenzen und auch darüber hinaus bringt. Wage-mutige Pioniere nahmen die Herausforderung an, lange bevor es die Sherpa-Kolonnen gab, die den Touristen den Weg ebnen.

Viele fanden, damals sowie heute, in eisiger Höhe ein Grab für die Ewigkeit. Die erste erfolgreiche Besteigung erfolgte am 29.05.1953 durch Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay Sherpa. Der Neuseeländer und der Sherpa schrieben Bergsteigergeschichte und lös- ten einen Everest-Boom aus, der bis heute anhält. Ihnen zu Ehren fand am 29.05.2023, 70 Jahre nach der Erstbesteigung, ein Mount Everest Tag in Bonn statt. Namgel Sherpa von der Nepalhilfe Bonn, lud gemeinsam mit vier weiteren Referenten, zwei davon von anderen Nepal-Organisationen, ins MIGRApolis – Haus der Vielfalt in Bonn ein.

Anlässlich des Jahrestages der Erstbesteigung des MT Everest, referieren Experten über Projekte im Solukhumbu, den Buddhismus und die Kultur in Nepal sowie über die geschichtlichen Ereignisse am 29.05.1953.

Dr. Fred Prünte vom Freundeskreis Nepal, Rudy Kothe von Ingenieure ohne Grenzen, Sebastian Kelbling von der Nepalhilfe Bonn, ebenso wie Eva-Maria Schulze. Gemeinsam realisierten sie bereits zahlreiche Projekte im Land des Mount Everest. Über 60 Personen fanden sich am 29.05. ein, um ihr Nepalwissen aufzufrischen. Der kleine Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Den Einstieg ins Programm machte Namgel Sherpa. Er vermittelte erste Randdaten zu seinem Heimatland, wie Größe, Bevölkerung, Religionen usw. Das ehemalige Königreich hat seit 2015 eine Verfassung und kann sich mit über 100 Volksgruppen und ebenso vielen Sprachen und Dialekten definitiv als Vielvölkerstaat bezeichnen. Vom Regenwald bis hin zu den eisigen Gipfeln des Himalayas hat das Land auch klimatechnisch einiges zu bieten.

Sebastian Kelbing von der Nepalhilfe Bonn und Rudy Kothe von Ingenieure ohne Grenzen berichteten über bereits durchgeführte Projekte wie die Schaffung einer funktionierenden Strom-versorgung und den Bau eines Trinkwassersystems. Übereistimmend er-klärten sie, warum es derart heraus-fordernd es ist, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, ohne ungewollt Schaden anzurichten. Nicht immer ist das scheinbar Offensichtliche das Richtige. Es ist unerlässlich, vor Ort mit den Menschen zu erarbeiten, was sie wirklich benötigen, um ihre Zukunft zu verbessern und nicht in blindem Aktionismus loszulegen. Die Menschen müssen eingebunden werden und ein Teil der Verantwortung mittragen. Am Ende eines Projektes übernehmen sie es komplett.

Eva-Maria Schulze, Ehefrau von Namgel Sherpa, übernahm im Anschluss das Ruder und berichtete dem Publikum über die Erst-besteigung des Mount Everest durch die oben bereits erwähnten Bergsteiger Sir Edmund Hillary und seinen Begleiter Tenzing Norgay Sherpa. Man besteigt nicht gemeinsam den höchsten Berg der Erde und geht dann einfach auseinander. Die beiden Männer blieben Freunde fürs Leben. Hillary fühlte im Anschluss an das geschichtsträchtige Abenteuer eine solche Verbundenheit mit den Menschen, die ihm diesen Triumpf ermöglichten, dass er als Dank begann, Schulen für die Kinder der Sherpas zu bauen. Bis zu dem Zeitpunkt hatten sie kein​ Möglichkeit eine gute Schulbildung zu genießen. Von dieser großartigen Geste profitieren bis heute tausende und abertausende Sherpas, die durch die nun erworbenen besseren Qualifikationen ihre allgemeine Situation stark verbessern konnten. Gerade im Tourismus leisteten sie Großes und kamen auf die Art und Weise zu einem gewissen Wohlstand. Dies hält bis heute an und macht Hoffnung für die Zukunft.

Vom Allgemeinen zum Speziellen kam dann Dr. Fred Prünte. Lange als Arzt tätig, engagiert er sich nun für die schwächsten in Nepal, die Kinder mit Handicap. Durch Cerebralparese oft mehrfach Betroffene finden in betreuten Heimen des Freundeskreis Nepalhilfe ein zu Hause und werden fachkundig betreut. Die Nepalesen weisen in Asien die niedrigste Lebenserwar- tung auf. Sie liegt bei 70 Jahren. Zum Vergleich, in Deutschland sind es 80. Die katastrophale medizinische Versorgung ist unter anderem ein Grund dafür. Teilweise ist der Weg in eine gute Klinik an die 500 km lang. Ein guter Kranken-transport mit erster, qualifizierter Notfallversorgung gibt es nicht. In den Krankenhäusern müssen sich die Angehörigen selbst um die Patienten kümmern und sie mit Essen versorgen. Die hygienischen Zustände schreien zum Himmel.

Nepal wäre nicht Nepal ohne den Buddhismus, obwohl sich tatsächlich nur rund 10 % der Nepalesen zu diesem Glauben bekennen. 80 % sind Hindus. Die Sherpas jedoch sind fast aus-schließlich Buddhisten. Eva-Maria Schulze fasste am Ende der Veranstaltung die wichtigsten Grundprinzipien des Hinduismus und des Buddhismus zusammen, und brachte sie so dem Publikum nahe. Sie beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahrzehnten mit dieser Materie und, studierte das Fach über 3 Jahre in Hamburg. Am Ende ihrer Vorträge ernteten die Referentin und Referenten kräftigen Applaus. Die Anwesen-den hatten in der Pause und im Anschluss die Möglichkeit ihre Fragen zu stellen und Themen für den Mount Everest Tag 2024 vorzuschlagen. Für das kulinarische Wohl sorgte das Restaurant HimalayaYaks, Bonn. Es gab die typischen Momos, tibetisches, frittiertes Brot und Kartoffelteig-taschen, die bei den Leuten gut ankamen. Das Publikum zeigte sich rundum begeistert und so kann man diese Veranstaltung einen vollen Erfolg nennen.

Der nächste Termin steht bereits fest. Es ist der 29.05.2024. Also an alle Interessierten, bitte vormerken!

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Artikel von Jessy Schmidt, freie Journalistin

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