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Gender-gerechtes Agroforstprojekt für nachhaltige Lebensgrundlagen, Klimaresilienz und Anpassung

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Nepal ist eine föderale demokratische Republik mit 29,6 Millionen Einwohnern. Das Land zeichnet sich durch eine große ethnische, geografische und sozioökonomische Vielfalt aus und umfasst 125 Kasten und ethnische Gruppen. Nepal ist nach wie vor überwiegend landwirtschaftlich geprägt, 65,6 % der Bevölkerung leben von der Subsistenzwirtschaft. Diese landwirtschaftlichen Systeme haben jedoch oft keinen Zugang zu verbesserten Technologien, Beratungsdiensten und Marktverbindungen. Infolgedessen ist die ländliche Armut weit verbreitet, und 25,16 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. In vielen Regionen herrschen nach wie vor hohe Ernährungsunsicherheit, Unterbeschäftigung und Abwanderung junger Menschen, was die Notwendigkeit einer Transformation des ländlichen Raums durch eine nachhaltige, regenerative und inklusive landwirtschaftliche Entwicklung unterstreicht.

Projektstandort

Das vorgeschlagene Projektgebiet ist die ländliche Gemeinde Mahakulung (RM) im Distrikt Solukhumbu in der Provinz 1 im Osten Nepals. Die Gemeinde besteht aus den fünf Bezirken Bung (zugleich Verwaltungszentrum), Cheskam, Pelmang, Tumau und Gudel (siehe hierzu auch Kartenübersicht im Anhang). Mahakulung hat insgesamt 11.847 Einwohner (Volkszählung 2021), darunter 5.870 Männer und 5.977 Frauen. Die Bevölkerungsstruktur ist jung: 32 % sind unter 15 Jahre alt, 61,6 % zwischen 15 und 64 Jahre alt und 6,4 % über 65 Jahre alt. Es gibt 2.646 Frauen im gebärfähigen Alter und 1.462 Kinder unter fünf Jahren. Somit sind statistisch gesehen 46,06 %, der Bevölkerung von den Erwerbstätigen abhängig. was eine erhebliche wirtschaftliche Belastung für die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bedeutet. Spezifische Daten zu Landwirten fehlen, aber die Zahlen deuten darauf hin, dass die Landwirtschaft für die meisten Haushalte die Haupteinnahmequelle darstellt

Die Region liegt zwischen 1.100 und 2.800 Metern Höhe üN und bietet vielfältige agroökologische Zonen, die für den Anbau von Gemüse, Obst, Gewürzen, Holzpflanzen sowie Heil- und Aromapflanzen (MAPs) geeignet sind. Trotz dieses landwirtschaftlichen Potenzials gehört das Gebiet nach wie vor zu den abgelegensten und am stärksten benachteiligten Regionen Nepals. Die lokale Bevölkerung ist stark von Arbeitsmigration betroffen und von kleinbäuerlicher Landwirtschaft abhängig, wobei das Interesse an Agroforstwirtschaft als klimaresistente und einkommensschaffende Strategie zunimmt (Landkarte Distrikt RM mit den fünf wards.

Soziale, wirtschaftliche, politische und ökologische Probleme

Mahakulung steht vor vielfältigen und miteinander verbundenen Entwicklungsherausforderungen:

  • Die hohe Arbeitsmigration in das Ausland durch die Abwanderung von Männern (über 35 %) hat zu einer zunehmenden Feminisierung der Landwirtschaft geführt, wodurch Frauen die doppelte Verantwortung für die Bewirtschaftung der Felder und die Hausarbeit tragen, oft ohne ausreichende Fähigkeiten oder Entscheidungsbefugnisse.
  • Kleine Landbesitze, hauptsächlich im Besitz von Männern, die oft im fernen Ausland Geld verdienen (in der Regel weniger als 0,5 Hektar) und ungenutzte Ackerflächen schränken die landwirtschaftliche Produktivität und Skalierbarkeit ein.
  • Der Klimawandel wirkt sich bereits durch unregelmäßige Wetterverhältnisse, vermehrte Ernteausfälle, neu auftretende Schädlinge und Krankheiten sowie häufigere Naturkatastrophen auf die Region aus.
  • Eine schlechte Infrastruktur, insbesondere die Straßenanbindung, erschwert den Zugang zu Märkten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen, wodurch die Gemeinden weiter isoliert bleiben und das Wirtschaftswachstum gebremst wird.
  • Die geringe landwirtschaftliche Produktivität und die übermäßige Abhängigkeit von traditionellen, regenabhängigen Monokultursystemen setzen die Gemeinden einer chronischen Ernährungsunsicherheit und Einkommensschwankungen aus.

Institutioneller Kontext aus dem Vorprojekt

In den Jahren 2023–2024 haben EcoHimal Nepal und Nepalhilfe Bonn e.V. mit finanzieller Unterstützung der Schmitz-Stiftung (Projekt im Jahr 2023) das geschlechtergerechte Agroforstprojekt umgesetzt und damit die Grundlage für systemische Interventionen geschaffen.

Bisher wurden folgende Ziele erreicht:

Es wurde ein Agroforestry Resource Centre (KAFRC) in Khiraule (im Bezirk Bung, s.o.) mit Schulungsräumen, Unterkünften für Schulungsteilnehmende und einem Büro errichtet und eingerichtet. Ebenso wurden auf dem Gelände des Zentrums vier Hightech-Gewächshäuser installiert. Die Vision ist es, dieses Zentrum als zentralen Ort für Lernen, Produktion und organisiertes Marketing unter der Leitung lokaler Frauengruppengruppen zu etablieren. Momentan wird das AFCR noch vom lokalen Partner EcoHimal geleitet, da den Frauengruppen noch mehr Unterstützung benötigen um ihre personellen, fachlichen und finanziellen Kapazitäten weiter auszubauen. Es wurde eine Dachorganisation gegründet, die Mahakulung Women Farmers Group, die in ca. fünf Jahren die Hauptverantwortung für das Zentrum übernehmen soll. Weiterhin wurden bereits in jedem der fünf wards (Bezirke) je eine Frauengruppe mit durchschnittlich 7 Mitgliedern gegründet. Diese Frauengruppen werden eine zentrale Rolle im Projekt spielen, ihre Aufgaben werden erweitert, um das lokale Unternehmertum, die Entscheidungsfähigkeit und die nachhaltige Mobilisierung von Ressourcen zu stärken.

Im Rahmen des Projekts wurden außerdem in jedem der fünf wards ein Satellitzentrum mit jeweils einer Baumschule eingerichtet und je ein Hightech-Gewächshaus installiert, um die Produktion von Setzlingen und Gemüse zu fördern. Der Schwerpunkt liegt auf klimafreundlicher, regenerativer Landwirtschaft. Diese Satellitenzentren dienen dazu, die Bezirke zu beteiligen und Anbaumethoden und entsprechendes Know How lokal aufzubauen und weiter zu entwickeln, was explizit die lokalen Bedingungen hinsichtlich Bodenbeschaffenheit, Höhe und lokales Mikroklima berücksichtigt. Der weitere Aufbau von Kapazitäten ist jedoch notwendig, da die bereits im Vorprojekt geförderten 1.300 Kleinbäuerinnen und -bauern noch vertiefende Schulungen im Bereich Agroforstwirtschaft, Obstgartenbewirtschaftung, Baumschulbetrieb, Schädlingsbekämpfung und Anpassung an den Klimawandel und Marketing benötigen.

Im Vorprojekt wurden bereits 1.300 Menschen in die Grundlagen umweltfreundlicher agroforstwirtschaftlicher Praktiken eingewiesen. Zu diesen Praktiken gehört die Kompostierung von Bioabfällen, Pflanzenzucht und fachgerechte Nutzung von Setzlingen, die die Zielgruppe erfolgreich anwenden kann. Das bisher aufgebaute Know How und die Erfahrungen aus zwei Jahren ist für die Erreichung der notwendigen Selbstständigkeit und die Förderung des Verkaufs von Bioprodukten noch nicht ausreichend und muss weiter gefördert werden.

Menschenrechte und Konfliktsensibilität

Durch das Vorprojekt sind vereinzelt Konflikte entstanden, da begrenzte Ressourcen nicht alle vorhandene Bedürfnisse in einem Schritt befriedigt werden konnten, insbesondere:

  • Landnutzung und Besitzrechte für marginalisierte Gruppen – insbesondere Frauen, indigene Gemeinschaften und Kleinbauern –, die in der Vergangenheit keinen Zugang zu Land hatten und bei Entscheidungen über Land keine Mitsprache hatten.
  • Gleichberechtigter Zugang zu Ressourcen, Schulungen und Projektvorteilen, der für die Verhinderung von Ausgrenzung und Entmündigung unerlässlich ist.
  • Potenzielle Spannungen innerhalb der Gemeinden, insbesondere wenn die Unterstützung (z. B. Schulungen, Betriebsmittel, Marktvorteile) als ungleich verteilt empfunden wird.
  • Klimawandel und Migrationsdruck, die zu Landnutzungskonflikten zwischen zurückkehrenden Migranten und traditionellen Nutzern führen können.

Eine weitere Förderung der vulnerablen Gruppen ermöglicht somit einen rechtsbasierten und konfliktsensibleren Ansatz, mit dem Inklusion, Fairness und der Zusammenhalt der Gemeinschaft sichergestellt wird. Zu den bereits im Vorprojekt einbezogenen 1.300 Kleinbäuerinnen und -bauern werden in diesem Projekt noch weitere 1.700 Kleinbäuerinnen und -bauern gefördert. 

Weitere Bedarfe für eine nachhaltige Sicherung der geschaffenen Strukturen sind:

  • Die agroforstwirtschaftlichen Einrichtungen (AFRC und Satelliten) benötigen weiteren Kapazitätsaufbau – in technischer, organisatorischer und finanzieller Hinsicht –, um unabhängig und nachhaltig arbeiten zu können.
  • Der Marktzugang, faire Preise und die Wertschöpfung für agroforstwirtschaftliche Produkte sind noch nicht ausreichend entwickelt, was die Einkommensmöglichkeiten der Landwirte – insbesondere von Frauen und Jugendlichen – einschränkt.
  • Die agroforstwirtschaftlichen Praktiken müssen durch intensive Modelle wie mehrschichtige Bewirtschaftung, Mischkulturen und ökologischen Landbau ausgeweitet werden, um die Ernährungssicherheit, die biologische Vielfalt und die Bodengesundheit zu stärken.
  • Der Zugang zu Finanzdienstleistungen, Ausbildung und Beschäftigungsmöglichkeiten für marginalisierte Gruppen ist nach wie vor begrenzt, was die Migration und die wirtschaftliche Vulnerabilität weiter verschärft.

Vorbereitung des Projekts und Zusammenwirkung mit anderen Akteuren

Einbeziehung der Zielgruppen und Integration bestehender SelbsthilfestrukturenDas Projekt wurde in einem inklusiven, partizipativen und bedarfsorientierten Planungsprozess entwickelt, bei dem die lokale Eigenverantwortung gefördert wird. Das Agro-Forest Resource Centre (KAFRC) in Khiraule spielt eine zentrale Rolle bei der weiteren Förderung und hier fanden auch umfassende Konsultationen mit verschiedenen Interessengruppen statt. Das Projekt baut auf bestehenden Selbsthilfeinitiativen innerhalb der Zielgruppen auf und wird diese weiter stärken. Dazu gehören neben den Frauengruppen auch Modellfarmer (sogenannte Lead Farmer), die zunehmend landwirtschaftliche Trainings für die Zielgruppen durchführen werden. Weiterhin sollen Farmer Field Schools in die Projektaktivitäten mit eingebunden werden.

Unterstützung der lokalen Behörden bei der Umsetzung

EcoHimal unterhält enge und langjährige Beziehungen zu den lokalen Gemeinden und Behörden, was ein günstiges Umfeld für die Umsetzung des Projektes gewährleistet. Die lokalen Behörden wurden in die Vorbereitung des Projektes kontinuierlich einbezogen und haben ihre Unterstützung bekräftigt. Sie werden sich an der Umsetzung, Überwachung und Koordinierung des Projekts beteiligen, einschließlich der Erleichterung der erforderlichen Genehmigungen und der Mobilisierung von Ressourcen. Das Projekt wurde bereits in die jährlichen Entwicklungspläne und -strategien der ländlichen Gemeinde Mahakulung (MRM) aufgenommen, wodurch die institutionelle Abstimmung gewährleistet ist. Die formelle Billigung des Projekts durch den Gemeinderat ist geplant, um Transparenz, gemeinsame Verantwortung und Rechenschaftspflicht zu fördern.

Synergien mit anderen Projekten und Organisationen

Das Projekt ist gut positioniert, um Synergien mit anderen Initiativen in der Region zu nutzen, wie z.B.:

  • Das ebenfalls von EcoHimal etablierte Agroforst-Ressourcenzentrum in Deusa. Dies verfügt über wertvolle Erfahrungen im Bereich der Agroforstwirtschaft und wird technisches Fachwissen, Saatgutvorräte und Baumschulmaterial zur Verfügung stellen.
  • Die nationale NGO Bignaharta Nepal, die ebenfalls mit EcoHimal zusammenarbeitet. Es führt in der Provinz 1 Maßnahmen gegen Bodenerosion durch, u.a. die Anpflanzung von Besengras – eine Initiative, die die ökologischen Wiederherstellungsziele dieses Projekts hervorragend ergänzt.

Diese Kooperationen sollen den gegenseitigen Lernprozess verbessern, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen fördern und durch koordinierte Maßnahmen die Umweltbilanz verbessern.

Das Projektdesign berücksichtigt wichtige Erkenntnisse aus früheren Initiativen von EcoHimal in Nepal in anderen Bergregionen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:

  • Institutionalisierung von Agroforstwirtschaftszentren (AFRCs) als Zentren für Klimaanpassung und Wissensaustausch. Es existiert bereits ein nationales Netzwerk von 10 AFRCs in Nepal.
  • Einkommensschaffung durch rationelle Nutzung von Landressourcen und regenerative Landwirtschaftssysteme.
  • Einbettung finanzieller Nachhaltigkeitsmodelle in gemeindegeführte Baumschulen.
  • Sicherstellung der inklusiven Beteiligung von Frauen und Jugendlichen für eine langfristige Wirkung.
  • Weiterentwicklung des „Hub-and-Spokes“-Modells für eine bessere Marktintegration und einen besseren Wissensaustausch zwischen den Gemeinden.

Diese Erkenntnisse werden genutzt, um die Relevanz, Wirksamkeit und Skalierbarkeit des Projekts zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Gemeinden und der Entwicklung von Resilienz, da die Bergregionen stärker vom Klimawandel betroffen sind.

Zielgruppe

Das Projekt wird ca. 3.000 Kleinbäuerinnen und -bauern direkt unterstützen, vor allem aus den wirtschaftlich benachteiligten ethnischen Gruppen der Kulung Rai und Sherpa. Zu den bereits im Vorprojekt einbezogenen 1.300 Kleinbäuerinnen und -bauern werden in diesem Projekt noch weitere 1.700 Kleinbäuerinnen und -bauern gefördert; davon sind ca. 1.800 Frauen und 1.200 Männer. Die Begünstigten erhalten auf ihre Bedarfe zugeschnittene Schulungen und technischen Input.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt – neben dem weiteren Aufbau des KAFRC – auf den fünf bereits existierenden Satelliten-Zentren in der Projektregion. Aus der direkten Zielgruppe werden 25 besonders engagierte und motivierte Modellfarmer (lead farmer) ausgewählt, die mit Hilfe des Projektes auf ihren landwirtschaftlichen Flächen Modellfarmen einrichten und die farmer field schools anleiten. Die Auswahl der Modellfarmer erfolgt partizipativ. Ziel ist es, in jeden der fünf Zentren 5 Modellfarmer zu gewinnen und auszubilden.

Diese Modellfarmer bilden die Grundlage für das vertiefte Enablement von insgesamt ca. 200 besonders motivierten und geeignete Frauen und Jugendlichen (inkl. der 25 Modellfarmer). Diese Gruppe wird gefördert durch Schulungen und zusätzliches Saatgut bzw. Setzlingen. Darüber hinaus werden sie unterstützt beim Aufbau von Home Gardens, also kleinen Gewächshäusern auf ihren eigenen Grundstücken. Sie sollen so in die Lage versetzt werden, langfristig den eigenverantwortlichen Betrieb der Gewächshäuser und eine Ausweitung des Baumfruchtanbaus sicherzustellen und dadurch regelmäßiges Einkommen generieren zu können.

Weiterhin werden die in der Projektregion existierenden 10 Grund- und Mittelschulen gefördert, in dem in jedem der Schulen ein agroforstwirtschaftlicher Schulgarten eingerichtet wird.

Die Auswahl der Begünstigten erfolgte in Abstimmung mit den lokalen Behörden, Bezirksämtern und gemeindebasierten Organisationen auf der Grundlage von Kriterien wie sozioökonomischem Status, Vulnerabilität, und bestehendem Engagement.  Die direkt Begünstigten leisten einen Eigenbeitrag in Form von Arbeitskraft.

Indirekt wird das Projekt über 9.000 Familienmitglieder sowie Jugend- und Kulturgruppen, Agrarkräften, Tierärzten und Besuchern der Demonstrationsstandorte zugutekommen. Weitere Auswirkungen werden sich auf externe Interessengruppen wie Lieferanten von Betriebsmitteln, Transportunternehmen, Käufer und externe Baumschulen erstrecken.

Maßnahmen zu Unterziel 1: 3.000 Kleinbäuerinnen und -bauern sind in ihren Kapazitäten gestärkt, um Agroforstwirtschaft und klimafreundliche Landwirtschaft anwenden zu können. 

Das Projekt fördert die Einführung mehrschichtiger Anbausysteme. Mehrschichtige Landwirtschaft ist ein nachhaltiges, mehrstöckiges Anbausystem, bei dem verschiedene Pflanzenarten gleichzeitig auf verschiedenen vertikalen Ebenen auf derselben Fläche angebaut werden. Das System ist in Schichten aufgebaut – unterirdisch, auf Bodenhöhe, in mittlerer Höhe und in Baumkronenhöhe –, um Platz, Ressourcen und Produktivität zu maximieren. Dies sorgt für Widerstandsfähigkeit gegenüber Ernteausfällen: Fällt eine Kultur aus, können andere dies ausgleichen. Gleichzeitig erhöht es die Diversität des Anbaus und kombiniert kurz- mittel- sowie langfristige Erträge.

  • Bodenhöhe: Saisonales und außerhalb der Saison angebautes Gemüse wird angebaut, um kurzfristige Einnahmen zu erzielen.
  • Mittlere Baumkronenhöhe: Pflanzen wie Kaffee, Bananen und andere Cash Crops werden für mittelfristige Erträge angebaut.
  • Baumkronenhöhe: Obst- und Nussbäume werden als langfristige Einkommensquellen und zur Stärkung der ökologischen Widerstandsfähigkeit gepflanzt.

Das Hauptziel des mehrschichtigen Anbaus ist die effiziente Nutzung von Land und der Schutz der Landwirte – insbesondere der Kleinbauern – vor Ernteausfällen, wodurch das System nachhaltiger wird. Diese Technik maximiert die Produktivität der Flächen und eignet sich daher besonders für Kleinbauern mit begrenztem Landbesitz. Die Einbeziehung von Baumkulturen (wie Obst- oder Holzarten) sichert langfristige Einkommen, wobei die Erträge nach fünf Jahren deutlich steigen. Dies bildet eine stabile wirtschaftliche Basis, die es den Landwirten ermöglicht, vorausschauend zu planen, ihre agroforstwirtschaftlichen Praktiken auszuweiten und neue Möglichkeiten zu erschließen. Folgende Maßnahmen dienen der Erreichung des definierten Ziels:

  • Kapazitätsaufbau von 1.700 kleinbäuerlichen Haushalten: Grundlagenkurse zu den Themen Agroforstwirtschaft, Anpassung an den Klimawandel, Gleichstellung der Geschlechter und nachhaltiger Landbewirtschaftung
  • Kapazitätsaufbau von 300 kleinbäuerlichen Haushalten: Aufbaukurse zu den Themen bio-intensiven Anbaumethoden, Bodenregeneration und -erhaltung. Förderung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft
  • Produktion und Verteilung von Setzlingen: Die 3.000 Kleinbäuerinnen und -bauern werden mit Samen und Setzlingen versorgt. In zentralen Schulungen und Anleitungen direkt vor Ort auf den Feldern werden die Kleinbäuerinnen und -bauerneingewiesen und geschult. Insgesamt werden über die Projektlaufzeit 500.000 Samen und Setzlinge verwendet. Zur Messung des Lernfortschritts und des Erfolgs der Pflanzungen wird ein Monitoringsystem eingeführt. EcoHimal wird regelmäßig den Status und den Fortschritt berichten. Dazu gehört der Ertrag, aber auch die Überlebensrate der Pflanzungen.
  • Installation von Bewässerungssystemen: An den fünf bereits bestehenden Satelliten-Zentren fehlen noch Bewässerungssysteme, um eine nachhaltige Produktion von Saatgut, Setzlingen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen sicherzustellen. Die bisher durchgeführte Bewässerung mit Gießkannen und Kanister ist für die Bewässerung der Pflanzen nicht ausreichend. Die für die Satelliten-Zentren verantwortlichen 5 Leadfarmer zuzüglich eines Leadfarmers am Standort des KAFRC Centers erhalten ein Training, damit sie Bewässerungssysteme nutzen und warten können. Pro Satelliten-Zentrum (AFRC plus 5 Satelliten) fallen Investitionskosten in Höhe von rd. 1.120€ an (Baumaterial, Rohre, Fässer, Werkzeug etc.) und Betriebsausgaben für Transport in Höhe von 160€ an. Die Bewässerungssysteme werden von technischen Fachkräften installiert. Hierfür fallen rd. 160 € pro Baumschule an. 
  • Einrichtung einer kommunalen Saatgutbank: Um einheimische Saatgutsorten zu erhalten und klimaresistenter Nutzpflanzen herzustellen, wird im Ressourcenzentrum in Khiraule eine Saatgutbank eingerichtet.
  • Einrichten von 10 Schulgärten an 10 Schulen (Gurukul-Ansatz): Um den gegenseitigen Lern- und Wissenstransfer von Schüler*innen zu den Familien zu fördern, werden in der Projektregion an

10 Grund- und Mittelschulen agrarforstwirtschaftlichen Schulgärten in eingerichtet. Der Gurukul-Ansatz ist ein in Nepal erprobter Ansatz. In den Schulferien werden die Schulgärten durch Freiwillige   Schüler betreut mit Unterstützung der Leadfarmer, sodass die angebauten landwirtschaftlichen Sorten nicht vertrocknen.

Zur Nachhaltigkeit

Das Projekt wurde sorgfältig konzipiert, um sicherzustellen, dass seine positiven Auswirkungen über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben. Um die langfristige Tragfähigkeit zu fördern, wurden wichtige Maßnahmen in struktureller, sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht integriert.

Wirtschaftliche und strukturelle Nachhaltigkeit

Das KAFRC ist bei der lokalen Regierung registriert. Dadurch übernimmt diese eine formelle Verantwortung für die kontinuierliche Überwachung und Unterstützung seiner Aktivitäten. Das Zentrum ist als Verein mit allgemeiner Mitgliedschaft und einem Exekutivorgan organisiert. Dieses ist für regelmäßige Audits, Berichterstattung, Buchhaltung und Finanzmanagement zuständig. Gleichzeitig werden wichtige Strukturen und Systeme schrittweise an die lokale Regierung übergeben. Diese wird die Verantwortung für die fortlaufende technische Unterstützung, Überwachung und finanzielle Hilfe übernehmen und somit die langfristige Nachhaltigkeit und effektive Steuerung dieser gemeindebasierten Initiativen gewährleisten Die lokale Regierung überwacht zudem die rechtzeitige Erneuerung der Registrierung der Organisation.

Parallel dazu fördert das Projekt sowohl die institutionelle als auch die politische Nachhaltigkeit, indem es eine Grundlage für die Erzielung von Einnahmen schafft. Einrichtungen wie das Khiraule AFRC, fünf Satellitenzentren und führende Landwirte werden in ihrer finanziellen Unabhängigkeit gestärkt. Es wird erwartet, dass sie in der Lage, ihren Betrieb über die Projektlaufzeit hinaus aufrechtzuerhalten. Die heute am Projekt beteiligten Landwirte werden mindestens 30 Jahre lang von einer nachhaltigen „grünen Rente” profitieren, die ihre wirtschaftliche Sicherheit stärkt.

 Institutionelle und politische Nachhaltigkeit

Das Projekt wird in enger Abstimmung mit der lokalen Regierung durchgeführt, wobei formelle Partnerschaften mit den Gemeinde- und Bezirksämtern bestehen. Es ist vollständig in die Entwicklungspläne der ländlichen Gemeinde Mahakulung integriert und wurde vom Gemeinderat (Gaon Parishad) offiziell genehmigt. Gemeinde und Distrikts Verwaltung werden in die lokale Finanzierung einbezogen.ie Gemeinde hat sich von Anfang an verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen und das Projekt über den Projektzeitraum hinaus weiter sowohl politisch als auch finanziell zu unterstützen. Details zu den finanziellen Beiträgen erfolgen, sobald der konkrete Bedarf definiert ist.

Darüber hinaus bindet das Projekt lokale Institutionen wie das Khiraule Agro-Forest Ressource Centre (KAFRC), die Mahakulung Women Farmers Group, Frauengruppen auf Bezirksebene, führende Landwirte und fünf Satelliten-Baumschulen ein. Diese Institutionen sind an der Planung, Umsetzung und Überwachung beteiligt und stellen sicher, dass das Projekt fest in den lokalen Verwaltungs- und Rechenschaftsstrukturen verankert ist.

Nachhaltigkeit der sozialen und menschlichen Kapazitäten

Das Projekt bezieht die Begünstigten – insbesondere Frauen und Jugendliche – direkt in landwirtschaftliche Aktivitäten ein und stärkt ihre Kapazitäten durch praktische Erfahrungen, Schulungen und Zugang zu Werkzeugen, Ressourcen und Marktverbindungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung unternehmerischer Fähigkeiten, der Stärkung ihrer Selbstständigkeit und der Möglichkeit, ihre eigenen Agroforstinitiativen unabhängig auszubauen. Durch den Aufbau von Wissen und Vertrauen an der Basis fördert das Projekt  die  Eigenverantwortung und das langfristige Engagement.

Ökologische Nachhaltigkeit

Das vom Projekt geförderte Agroforstwirtschaftsmodell leistet einen wesentlichen Beitrag zur ökologischen Widerstandsfähigkeit. Mehrschichtiger Anbau und die Integration mehrjähriger Baumarten tragen zur Stabilisierung des Bodens, zur Verringerung der Erosion, zur Verbesserung der biologischen Vielfalt und zur Wiederherstellung degradierter Flächen bei. Diese Maßnahmen tragen zur Klimaanpassung und zur langfristigen Gesundheit der Umwelt in der Region bei.

Zeitrahmen und langfristige Vision

Der aktuelle Projektzeitrahmen umfasst zwar zwei Jahre konzentrierter Umsetzung, baut jedoch auf einer soliden Grundlage aus früheren Erfahrungen und der Einbindung der Interessengruppen auf. Das erste Jahr der Vorarbeiten ist bereits abgeschlossen, und in den nächsten zwei Jahren werden die Gemeinden sensibilisiert, die Systeme gestärkt und die Voraussetzungen für eine langfristige Wirkung geschaffen. Es ist jedoch bekannt, dass eine nachhaltige Transformation der Landwirtschaft in der Regel mindestens fünf Jahre dauert. Daher ist dieses Projekt als entscheidende Phase einer längerfristigen Strategie zur ökologischen Wiederherstellung, Verbesserung der Lebensgrundlagen und Stärkung der Institutionen konzipiert.

Zusammengefasst: Nachhaltigkeit ist in allen Aspekten des Projekts verankert – von der institutionellen Eigenverantwortung und wirtschaftlichen Tragfähigkeit bis hin zur Stärkung der Gemeinden und ökologischen Wiederherstellung. Starke lokale Partnerschaften, politisches Engagement auf er Ebene und die Einbindung der Begünstigten gewährleisten, dass die Projektergebnisse auch nach dem offiziellen Ende des Projekts erhalten bleiben und weiter ausgebaut werden.

  • Förderung inklusiver Wertschöpfungsketten und Stärkung der Marktverbindungen für agroforstwirtschaftliche Produkte.
  • Ausweitung klimaresistenter Produktionsmethoden mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, Kohlenstoffbindung und langfristiger Produktivität.
  • Einrichtung eines nationalen Netzwerks für agroforstwirtschaftliche Ressourcen nach dem „Hub-and-Spokes“-Modell, um die technische Unterstützung, den Wissensaustausch und die Kommerzialisierung zu verbessern.
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